LELESKEN-Verlag

Geschichte des Designschutzes

Geschichte des Designschutzes

Sabine Zentek
2016
39,80 €

355 Seiten mit 140 s/w Abbildungen
Format: 21 x 15 cm
Broschur
LELESKEN-Verlag

ISBN 978-3-9812326-9-1


Im Zentrum der ausführlichen Zeitreise durch fast zwei Jahrhunderte Rechtsgeschichte zum urheber- und musterrechtlichen Schutz von Gebrauchsgestaltungen steht der Nationalsozialismus. Mit ihm kamen nicht nur moderne Kunst und fortschrittliche Institutionen wie das Bauhaus zum Erliegen. Vielmehr bereitete ein „elitärer“ Kreis von Juristen in der Akademie für Deutsches Recht parallel die Entpersönlichung von Urhebern vor, und Gerichte setzten NS-Grundsätze auch außerhalb von Gesetzen um.

Nachdem das Kunsturhebergesetz von 1907 Gebrauchserzeugnisse mit Werken bildender Kunst gleichgestellt und dadurch den urheberrechtlichen Schutz zugunsten der Industrie deutlich ausgedehnt hatte, ging das Reichsgericht in den 1930er und -40er Jahren zu einer restriktiven Handhabung über. Als erstem sachlich-modernem Produkt wurde dem von Walter Gropius entworfenen Türdrücker künstlerischer Nachahmungsschutz versagt und eine ablehnende Haltung zugeschrieben. Das Urteil des Reichsgerichts erging im Januar 1933, wenige Monate zuvor war das Dessauer Bauhaus von den Nationalsozialisten geschlossen worden. Herstellerin des Gropius-Türdrückers war zu jener Zeit die jüdische Firma S.A. Loevy.

Den Reformarbeiten zum Urheberrechtsgesetz von 1965 wurde ein früherer NS-Entwurf zugrunde gelegt, und die Rechtsprechung der Nachkriegszeit ließ kritische Hinterfragungen übernommener Strukturen vermissen.

Designer im Dritten Reich

Designer im Dritten Reich

Sabine Zentek
2009
45 €

428 Seiten mit 378 teils farbigen Abbildungen
Format: 20 x 22 cm
Broschur
LELESKEN-Verlag

ISBN 3-978-9812326-1-5


Gute Formen sind eine Frage der richtigen Haltung

Aus der Zeit des Nationalsozialismus sind zahlreiche modern anmutende Gebrauchsgegenstände bekannt, wie Geschirr von Hermann Gretsch, Keramiken von Otto Lindig oder Gläser von Wilhelm Wagenfeld. Schlichtweg ein Missverständnis ist jedoch die Folgerung, die Nazis hätten zumindest in der Produktgestaltung Sympathien für die Moderne gehabt. Die Schlichtheit der Gestaltung war Bestandteil der Nazi-Propaganda, die Machthaber strebten »ewige«, »überzeitliche« Formen an, mit denen individuelle oder gar »entartete« Strömungen dauerhaft verhindert werden sollten. Möbel von nicht genehmen Urhebern wie Le Corbusier oder Mies van der Rohe wurden auch noch nach der Machtergreifung der Nazis verkauft, nun aber ohne Namensnennung. Eine entscheidende Rolle bei der kulturellen »Säuberung« spielte die SS mit ihren Wirtschaftbetrieben, die Produktionsstätten von Porzellan, Keramiken und Möbeln in den Konzentrationslagern unterhielt. Nicht wenige ehemalige Werkbund- oder Bauhausmitglieder ließen sich auf Allianzen mit NS-Behörden wie »Schönheit der Arbeit« ein und förderten so den »einzig guten« Geschmack, ab 1943 »Friedensmuster« genannt. Parallel dazu bereitete die damalige »Elite« der Juristen die Umwälzung des Urheberrechts nach rein ideologischen Grundsätzen vor. Nicht unerwähnt lässt die Publikation, dass viele der Gestalter, so auch Gretsch, Lindig und Wagenfeld, mit Erfolg auch die neue Demokratie nach 1945 zum Fokus ihrer beruflichen Existenz machten. Sabine Zentek, Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht, liefert mit ihrem glänzend recherchierten Buch, das alle Qualitäten eines Standardwerks besitzt, einen ebenso spannenden wie umfassenden und oft erstmaligen Einblick in hochbrisante zeitgeschichtliche Quellen.

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